Broken Link Building: Neue Backlinks durch fremde Linkfehler generieren

Als „Broken Link Building“ wird in der Suchmaschinenoptimierung eine Möglichkeit des Linkbuildings bezeichnet, bei der man gezielt versucht, Links, die zu nicht mehr verfügbaren Webseiten führen, ausfindig zu machen. Das Ziel ist es dabei den betreffenden Webmastern die eigene Seite als Alternative anzubieten.

Mit ein bisschen Recherche und überschaubarem Aufwand kannst Du auf diesem Weg neue Backlinks für Deine Website generieren.

 

Was man unter einem Broken Link versteht

Als Broken Link gilt jeder Link, der nicht mehr funktioniert und ins Nichts führt. Klickt der Nutzer auf den Link, wird ihm meist eine 404-Seite angezeigt. Die häufigste Ursache dafür ist, dass die verlinkte Seite nicht mehr existiert.

Die Backlinks auf die gelöschten Websites bleiben oft bestehen, weil die wenigsten Webmaster regelmäßig alle ihre gesetzten Links kontrollieren oder ein entsprechendes WordPress-Plugin wie den Broken Link Checker verwenden. Je umfangreicher ein Webprojekt, desto größer ist die Chance, dass es Broken Links enthält.

 

Broken Link Building zur Generierung von neuen Backlinks

Genau hier setzt das Broken Link Building an, denn diese toten Links auf bedeutenden Domains bieten Dir eine große Chance: Dein Ziel ist es von nun an, sie durch einen Backlink auf Deine Seite ersetzen zu lassen.

 

So gelingt Dir das:

  1. Du identifizierst tote Links auf Websites, die inhaltlich zu Deinem Webprojekt passen (z.B. Google-Recherche mit Suchbegriff: Keyword + „Weiterführende Links“, “Empfohlene Webseiten“ , „Linkempfehlungen“ etc.
  2. Du kontaktierst den Webmaster und bietest ihm Ersatz-Content an. Entweder existiert auf Deiner Website oder Deinem Blog bereits ein inhaltlich passender Beitrag oder Du verfasst einen neuen.
  3. Schick den Link an den Webmaster. Im Idealfall ersetzt er nun den existierenden toten Link durch einen funktionierenden Link auf Deinen frischen Content.

 

Methode 1: Broken Links finden über Browser-Plugins

Broken Links findest Du über hilfreiche Tools wie die Google Chrome-Plugins „Check my Links“ und „Domain hunter plus“. Für Firefox gibt es das Add-On „LinkChecker“.

Rufst Du eine Website im jeweiligen Browser auf, markieren „Check my Links“ und „LinkChecker“ aktive Links grün und tote Links rot. „Domain hunter plus“ listet alle Broken Links einer Seite auf und zeigt gleichzeitig an, ob die Domain gekauft werden kann.

Dies ist besonders hilfreich, wenn Du bereits eine Liste mit Wunsch-Zielseiten hast. Diese kannst Du mit einem der Plugins absuchen. Alternativ führst Du zunächst eine Keyword-Suche durch und analysierst relevante Suchergebnisse mit diesen Plugins.

Je umfangreicher eine Website, desto größer der Aufwand. Du musst jede Unterseite einzeln aufrufen und durchscrollen. Die Chrome-Plugins eignen sich daher nicht für die Analyse vieler Websites.

 

Methode 2: Tote Links aufspüren mit Xenu’s Link Sleuth

Xenu’s Link Sleuth ist ein kostenloses Programm, das Webseiten nach Broken Links durchsucht. Dazu gibst Du die URL der Zielseite in das entsprechende Feld ein und wählst aus, bis zu welcher Menütiefe die Software die Website analysieren soll. So lassen sich selbst komplexe Seiten schnell untersuchen.

Das Programm gibt anschließend eine Liste mit allen gefunden Links aus, wobei tote Verlinkungen rot markiert sind. Die Ergebnisliste wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, da nicht nur Links auf externe Websites angezeigt werden, sondern auch auf verlinkte Bilder, Skripte, Plugins und ähnliches.

Sortiere die Liste am besten nach dem Typ. Links zu externen HTML-Dokumenten gehören zum Type „text/html“.

 

Methode 3: Scrapebox verwenden, um Broken Links zu identifizieren

Noch komplexere Funktionen bietet das SEO-Tool Scrapebox, das allerdings kostenpflichtig ist.

Für die Recherche nutze ich das bereits enthaltene Add-On „Broken Link Checker“, das ebenfalls kaputte Verlinkungen auf allen eingegebenen URLs auflistet. Damit musst Du nicht jede Website einzeln abarbeiten, sondern kannst eine Linkliste hochladen. Die arbeitet die Software ab.

Zusätzlich dazu verfolgt Scrapebox einen weiteren Gedankengang: Gute und informative Websites werden nicht nur einmal verlinkt. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich derselbe tote Link auf verschiedenen Seiten wiederfindet.

Kopiere deshalb den kompletten Broken Link, den Scapebox gefunden hat, und füge ihn eingerahmt von „“ in das Suchfeld des Programms ein. Es gibt Dir anschließend eine Liste mit Websites aus, auf denen genau dieser Link ebenfalls vorhanden ist.

Ebenso gut eignet sich das bekannte aber auch etwas teurere SEO-Tool ahrefs.

 

Methode 4: brokenlinkbuilding.com nutzen

Eine kompakte, automatisierte Lösung bietet das Portal http://brokenlinkbuilding.com. Hier benötigst Du einen kostenpflichtigen Account, um alle Funktionen nutzen zu können.

Beim Start eines neuen Projekts gibst Du zunächst relevante Keywords ein. Das Tool sucht nun selbstständig nach Websites mit Broken Links, die möglichst relevant zu den eingegebenen Begriffen sind. Es erstellt eine Liste. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber mithilfe dieses Tools sparst Du Dir die Keyword-Recherche und damit viel Zeit.

Ein kostenloses webbasiertes Tool mit eingeschränktem Funktionsumfang findest Du hier: https://www.deadlinkchecker.com

 

Wie Du dem Webmaster eine Linkänderung schmackhaft machst

Natürlich profitiert Deine Website von neuen Backlinks, doch auch der Webmaster Deiner Zielseite hat einen persönlichen Vorteil, wenn er Broken Links eliminiert. Besitzt eine Website zu viele tote Verlinkungen, können diese deren eigenes Ranking negativ beeinflussen. Zudem verärgern sie Besucher, die darauf klicken.

Kontaktiere deshalb den Betreiber der Website und mache ihm ein Angebot, das er kaum ausschlagen kann. Du weist auf den toten Link hin und pitchst ihm gleichzeitig einen Ersatz-Beitrag.

Am größten ist Deine Chance auf Erfolg, wenn Du den Link zu Deinem Content bereits in der ersten E-Mail mitschicken kannst. Veröffentliche deshalbeinen inhaltlich relevanten neuen Post.

Wenn Du Dir Arbeit ersparen möchtest, kannst Du dem Webmaster alternativ einen Deiner früheren Artikel vorschlagen, wenn dieser zum Thema passt. Oder berichte ihm zunächst von Deiner Artikelidee und verfasse den Beitrag erst nach positivem Feedback.

Je besser der Content, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Link akzeptiert wird. Dazu muss Dein Beitrag inhaltlich dem Vorgänger entsprechen und diesen am besten noch übertrumphen.

Du weißt nicht genau, welchen Inhalt der zuvor verlinkte Artikel hatte, weil Deine Zielseite nur wenig dazu geschrieben hat? Du kannst zum Beispiel folgende Dienste ausprobieren, um einige gelöschten Seiten zu betrachten:

Der Vorgänger enthielt sieben Tipps zu einem bestimmten Thema? Liefere 15 Tipps zum selben Thema. Und füge am besten noch eine nützliche Bilder und ein youtube-Video hinzu.

 

Fazit: Lohnt sich Broken Link Building?

Die Strategie ist besonders effektiv, da beide Seiten von ihr profitieren. Wer bereit ist, Zeit in die Recherche, die Content-Erstellung und die Kontaktaufnahme zu investieren, kann mit starken Backlinks belohnt werden. Mit Hilfe nützlicher Tools sowie einer Text-Vorlage für die Kontakt-Emails lässt sich der Prozess beschleunigen.

Sandra Schmitz

Sandra ist als mehrfache Internet-Unternehmerin vertraut mit dem aktuellem Marktgeschehen. Nach Ihrer Ausbildung als Fachinformatikerin hat sie für ebay und Zalando gearbeitet. Als Autorin schreibt sie seit 2014 inspirierende Fachartikel rund um Online Marketing, Webdesign, Google und Social Media.

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